Intra- und extrafokale Beugungsbilder sind identisch und schön
rund, auch am Bildrand. Offensichtlich hat die Optik keinen
Astigmatismus. Der äusserste Ring im Beugungbild ist ein ganz
klein wenig ausgeprägter als die inneren. Das werde ich noch
verfolgen. Am fokusierten Bild ist alles absolut in Ordnung. Bei 200
facher Vergrösserung (Nagler Zoom bei 3mm) zeigt ein Stern zweiter
Grösse ein eindeutig scharfes, ganz leicht flächiges
Sternbild, wie ein Loch mit einer feinen Nadel gestochen, mit einem
fein gezeichneten Beugungsringchen rundum. Das Bild ist sehr schön.
Doppelstern Eta-Orionis
Abstand 1,7" Mag. 4,0 und 4,9
problemlos zu trennen ab 120 facher Vergrösserung. Auch mit 200
facher Vergrösserung (Okularstellung 3mm) scharf einstellbar. In
dieser Position ist noch viel "Luft" zwischen den
Komponenten. Kompliment an das Teleskop!
Mars
Keine Polkappen wahrnehmbar. Sind zur Zeit überhaupt welche
sichtbar vorhanden? Auf der Oberfläche sind klar und kontrastreich
Dunkelgebiete erkennbar. Ab 150 facher Vergrösserung nicht mehr
restlos farbfehlerfrei. Dieser chromatische Fehler ist aber wirklich
gering und bei dieser, für einen 80mm Refraktor hohen
Vergrösserung, gut tolerierbar.
Schwachpunkt des Gerätes
Der Okularauszug war sehr schwergängig. Den
"Chinakleister" habe ich mit Lösemittel sauber entfernt und durch
einen
Hauch feines temperaturstabiles Fett ersetzt. Die groben
Kunststoffgleitpads wurden durch
ordentliches Teflon ersetzt. Nsch diesen Massnahmen lief der Auszug
recht ordentlich und ohne Spiel. Jetzt waren hohe Vergrösserungen
gut
fokussierbar. Trotzdem liegt hier noch deutliches
Verbesserungspotential.
Kurzvergleich mit dem edlen TeleVue TV85
Die optischen
Unterschiede zwischen dem Celestron ED80 und dem TV85 sind nicht
sehr gross! Bei 100 facher
Vergrösserung und Objekten wie offenen Sternhaufen,
Kugelsternhaufen oder flächige Nebel sind keine Unterschiede
feststellbar. Bei hohen Vergrösserungen an Jupiter zeigt das
Celestron ED80 mehr Farbe - wiewohl auch das TV85 nicht absolut farbfrei
ist. Beim ED80 ist ein leichter rotgelber Halo um den Planeten
auszumachen. Doppelsterne wirken bei hohen Vergrösserungen
(120 bis 200 fach) im TV85 etwas kontrastreicher getrennt und besser
definiert. Nochmals: Die optischen Eigenschaften der beiden Geräte
scheinen nicht sehr weit auseinander zu liegen. Mit dem Celestron
erhält man eine verblüffend gute Optik. Über
allfällige Serienestreuung kann ich keine Aussagen
machen. Die Mechanik ist beim TV85 allerdings eine völlig andere
Klasse als beim Celestron ED80. Die 5mm mehr Öffnung des TV85 sind
von untergeordneter Bedeutung; die sind nur
in Grenzfällen bemerkbar. Ärgerlich beim Celestron ED80 ist
die monströse nicht zurückschiebbare Taukappe. Obwohl ich den
Okularauszug mit Sorgfalt getunt habe, erreichte er nie das Niveau des
TV85. Das Celestron punktet beim Gewicht. Trotz dem knappen Kilogramm
weniger, wirkt das Celestron aber keinesfalls filligran.
Umbau

"Transportstellung": Ultraleichte halbflexible Tauschutzkappe,
mit schwarzem Velours innenverkleidet, auf den Tubus
zurückgeschoben und Tubus mit Deckel verschlossen.

"Betriebsstellung": Tauschutzkappe ausgezogen
Okularauszug:
Die Achsführung des Crayfordauszuges
habe ich mit
Teflon ausgekleidet. Damit wurde auch der letzte Rest
Spiel aufgehoben und die Achse läuft seidenweich, auch bei
hoch eingestelltem Anpressdruck.
Tubushalterung: Die Originalrohrschelle war unnötig schwer. Aus ihr wurde der
Kernsattel befreit und sauber verschliffen. Das integrierte Prismenprofil konnte auf den gängigen Vixenstandard
angepasst werden. Diese neue Tubushalterung wurde vollflächig auf den Tubus
geklebt.
Vorteil: Enorme Gewichtseinsparung bei hoher Stabilität.
Nachteil: Der Tubus ist nicht mehr
gegen die Rohrschelle drehbar. Allerdings lässt sich der OAZ durch
leichtes Lösen dreier Inbuschrauen problemlos in jede
gewüschte Position drehen. Bei azimutater Montage ist ohnehin nur
eine einzige Position für immer nötig
Resultat:
Der ganze ED80 wiegt
neu einschliesslich integrierter Tubushalterung, Taukappe und Support
für den TeleVue Leuchtpunktsucher 2030g.
Die Mechanik passt
nun zur wirklich guten
optischen Leistung des Gerätes. Der Williamoptics Zentispiegel
(Dielectric/99%) wiegt zusätzliche 490g.